Wie viel kostet es, eine vierköpfige Familie zu ernähren — zwei Erwachsene, ein Kind mit 16 und eines mit 5 Jahren, die unter der Woche zu Hause frühstücken, zu Abend essen und an rund der Hälfte der Tage auch mittags? Wir haben aus 14 Monaten täglicher Preisdaten einen realistischen Wochenkorb gerechnet — und ihn in drei Preislinien zerlegt.
≈ 318 Fr. — typischer Wochenkorb (Essen)
≈ 114 Fr. — günstigster Wochenkorb
≈ 1078 Fr. — teuerste Variante
9,5× — Abstand günstig ↔ teuer
Der Korb umfasst rund 25 Lebensmittel-Positionen — von Milch, Brot und Eiern über Fleisch, Fisch, Gemüse und Früchte bis zu Kaffee, Öl und Süssem. Die Mengen sind auf den Haushalt skaliert (ca. 3,7 „Erwachsenen-Äquivalente“, 17,5 Mahlzeiten zu Hause pro Person und Woche). Haushalt & Hygiene rechnen wir separat.
Für jede Position und jede Woche suchen wir alle vergleichbaren Produkte über alle Händler, rechnen sie auf einen einheitlichen Grundpreis um (pro kg / l / Stück) und bilden daraus drei Linien:
[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]
Zwei Dinge fallen sofort auf. Erstens: Der typische Korb ist über die ganzen 62 Wochen erstaunlich stabil — er pendelt um die 314 Franken, ganz ohne den oft beschworenen Preissprung. Zweitens: Das Band ist riesig. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Korb liegt fast der Faktor zehn.
Derselbe Bedarf, dieselbe Familie: einmal rund 114 Franken, einmal über 1000. Der grösste Hebel im Portemonnaie ist nicht der Verzicht, sondern die Wahl des Produkts und des Ladens.
Man würde erwarten, dass die Budget-Eigenmarke das Maß aller Dinge ist. Ist sie nicht. Die gestrichelte orange Linie zeigt, was der Korb kostet, wenn man überall M-Budget kauft (und dort, wo es kein M-Budget gibt, das Günstigste):
Wer konsequent über die Discounter Aldi und Lidl sowie Coops „Prix Garantie“ einkauft, unterbietet einen reinen M-Budget-Einkauf um rund 45 %. M-Budget ist gut — aber der eigentliche Preisboden liegt oft woanders.
Pro Position zeigen wir das aktuell günstigste Produkt und seinen Händler — die Grundlage ist vollständig nachvollziehbar:
[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]
Die häufigste Annahme über Bio: unbezahlbar. Wir haben deshalb den exakt gleichen Korb zweimal gerechnet — einmal nur mit konventionellen, einmal nur mit Bio-Produkten, über die 25 Positionen, für die es überhaupt eine Bio-Variante gibt, mit identischen Mengen. Nur so ist der Vergleich fair.
≈ 286 Fr. — konventionell, typisch/Woche
≈ 407 Fr. — Bio, typisch/Woche
+43 % — Bio-Aufpreis im Median
≈ 223 Fr. — günstigster Bio-Korb
[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]
Im Median kostet Bio rund 43 % mehr — der Aufpreis ist real. Doch das ist nur die halbe Wahrheit: Die beiden Bänder überlappen sich massiv. Der günstigste Bio-Korb (≈ 223 Fr.) liegt unter einem typischen konventionellen Einkauf (≈ 286 Fr.) — und das in 61 von 62 Wochen. An der teuersten Spitze ist konventionell sogar teurer als Bio (Edelfleisch, Premiummarken treiben den Preis).
Wer Bio clever einkauft (je Position die günstigste Bio-Variante), unterbietet den durchschnittlichen konventionellen Einkauf. Der grosse Bio-Aufpreis entsteht vor allem dort, wo man konventionell ohnehin zur teureren Sorte greifen würde — nicht am unteren Ende des Regals.
Wasch- und Putzmittel, Shampoo, Zahnpasta & Co. machen pro Woche nur einen kleinen, aber ebenfalls extrem gespreizten Betrag aus:
[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]
Toilettenpapier haben wir aus dem Korb genommen: die gescrapten Mengenangaben (Rollen vs. Blatt) sind zu uneinheitlich für einen sauberen Stückpreis. Lieber weglassen als falsch ausweisen.
Essen plus Haushalt ergibt den Gesamtkorb. Hochgerechnet auf den Monat:
≈ 509 Fr. — günstiger Monatskorb gesamt
≈ 1450 Fr. — typischer Monatskorb gesamt
≈ 4870 Fr. — teuerste Variante (Monat)
≈ 918 Fr. — M-Budget-Monatskorb gesamt
[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]
Und genau dafür gibt es FoodAlly: damit dieser Spielraum vor dem Einkauf sichtbar ist — neutral und werbefrei.
Grundlage sind tägliche Preis-Snapshots von April 2025 bis Juni 2026 über alle erfassten Händler. Vergleichbarkeit je Position via Namens-/Mengenabgleich auf einen gemeinsamen Grundpreis; Wochenwerte als Median je Produkt; fehlende sowie unvollständig erfasste Crawl-Wochen (deutlich weniger gelistete Produkte als üblich) werden begrenzt fortgeschrieben, damit ein partieller Crawl das Band nicht als Preissturz verzerrt. Günstig = 5. Perzentil, typisch = Median, teuer = 95. Perzentil. Mengenannahmen und Suchmuster sind im Datensatz (SPSS .sav) offengelegt — Wochenmittel der ausgewählten Produkte je Position (nicht die Tagespreise), auch als CSV.