In der Warenkorb-Studie ging es um die Spanne über die Zeit. Hier stellen wir die grossen Händler direkt gegenüber: Wir nehmen denselben Wochenkorb (dieselben Positionen und Mengen für die vierköpfige Familie) und bepreisen ihn komplett bei Migros, Coop, Aldi, Lidl und Denner — je Position mit dem günstigsten vergleichbaren Artikel.

≈ 101 Fr. — günstigster Einzelladen (Aldi)

≈ 167 Fr. — teuerster (Denner)

≈ 1700 Fr. — Unterschied Migros→Aldi pro Jahr

≈ 89 Fr. — absolut günstigster Korb

Der ganze Korb in einem Laden

Wer alles in einem Geschäft kauft, zahlt sehr unterschiedlich:

[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]

Die beiden Discounter liegen rund ein Viertel unter Migros und Coop — Aldi (≈ 101 Fr.) und Lidl (≈ 108 Fr.) gegen Migros (≈ 134 Fr.) und Coop (≈ 136 Fr.). Das überraschendste Resultat ist Denner: mit ≈ 167 Fr. ist der oft als günstig wahrgenommene Discounter hier der teuerste der fünf — gut 3 400 Franken pro Jahr über Aldi.

Alle Zahlen gelten über die 21 Positionen, die alle fünf Händler führen, mit identischen Mengen (für vier davon — Eier, TK-Gemüse, Saft, Mineralwasser — fanden wir bei Denner keinen passenden Artikel). Verglichen wird je Position der günstigste vergleichbare Artikel — der „Budget-Einkauf" pro Laden.

Mit zwei Läden

Realistisch kauft kaum jemand alles am selben Ort. Was bringt ein zweiter Laden, wenn man jede Position beim günstigeren der beiden besorgt?

Zwei LädenKorb/Woche
Aldi + Lidl≈ 95 Fr.
Aldi + Denner≈ 97 Fr.
Coop + Aldi≈ 98 Fr.
Migros + Aldi≈ 99 Fr.
Lidl + Denner≈ 101 Fr.
Coop + Lidl≈ 104 Fr.

Die beste Kombination ist Aldi + Lidl mit ≈ 95 Fr. — nochmals 6 Franken unter dem besten Einzelladen. Auffällig: In jeder günstigen Zweier-Kombination steckt Aldi. Wer Aldi meidet, lässt Geld liegen.

Jeder Artikel am günstigsten Ort

Jetzt der Extremfall: jede Position dort kaufen, wo sie absolut am günstigsten ist — quer über alle Quellen, die wir erfassen. Das sind nicht nur die Supermärkte, sondern auch Online-Marktplätze (Galaxus, Brack, Otto's), Grossverteiler (Aligro, TopCC) und deutsche Online-Shops wie Greenist und KoRo.

[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]

89 Fr. — absolut günstigster Korb

19 — geprüfte Quellen (inkl. DE-Online)

14 / 21 — Positionen gewinnen Aldi + Lidl

0 / 21 — Positionen gewinnt DE-Online

Obwohl Greenist (DE), KoRo und diverse Online-Händler im Vergleich sind, gewinnt beim konventionellen Korb kein einziger davon eine Position. Den Boden halten die Schweizer Discounter: Aldi (8) und Lidl (6) gewinnen zusammen 14 der 21 Positionen. Und der absolut günstigste Korb (≈ 89 Fr.) liegt nur 6 Franken unter dem simplen Aldi-+-Lidl-Einkauf (≈ 95 Fr.).

Man muss nicht 19 Quellen durchforsten oder in Deutschland bestellen. Ein Einkauf bei Aldi und Lidl holt fast das gesamte Sparpotenzial — der Rest ist den Aufwand (Versand, Grossgebinde, Mitgliedschaft) nicht wert.

Und wenn alles Bio sein soll?

Jetzt derselbe Korb, aber ausschliesslich Bio — und über alle Anbieter, inklusive der spezialisierten Online-Bioshops. Hier wird es spannend, denn Bio ist genau die Disziplin der deutschen Online-Shops.

[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]

Der erste Befund ist strukturell: Nur Migros und Coop können einen vollen Bio-Wochenkorb überhaupt liefern. Greenist, KoRo & Co. führen zwar tausende Bio-Artikel, aber keine frische Milch, kein Fleisch, kein frisches Gemüse — für einen kompletten Korb fallen sie aus. Bio kostet zudem deutlich mehr: Migros ≈ 258 Fr., Coop ≈ 300 Fr. pro Woche (≈ 1 120 bzw. 1 300 Fr./Monat).

258 Fr. — Bio-Korb Migros/Woche

300 Fr. — Bio-Korb Coop/Woche

206 Fr. — Bio, jeder Artikel am günstigsten Ort

6 / 24 — Bio-Positionen gewinnt Online/DE

Und hier — anders als beim konventionellen Korb — gewinnen die Online- und DE-Shops tatsächlich, nämlich bei den trockenen Spezialitäten, ihrer Kernkompetenz:

[Interaktive Grafik — in der Web-Ansicht auf foodally.ch]

Wer alles an seinem günstigsten Ort kauft, landet bei ≈ 206 Fr. — gut 50 Franken unter dem Migros-Bio-Korb. Praktisch heisst das: Frisches im Supermarkt, trockene Bio-Vorräte (Kaffee, Nüsse, Müesli, Mehl) online — auch aus Deutschland.

Online-Bioshops sind auf Trocken- und Vorratsware ausgelegt. Taucht in der Tabelle bei einer frischen Position (Fleisch, Gemüse) ein reiner Online-Shop als „günstigster Ort" auf, ist das ein Katalog-Treffer, kein realistischer Frischeinkauf. Der 206-Fr.-Boden mischt zudem rund 14 Shops samt Versand und ist nicht in einem Einkauf erreichbar.

Was man mitnehmen kann

  1. Discounter sind klar günstiger — Aldi/Lidl rund ein Viertel unter Migros/Coop; Denner ist überraschend der teuerste der fünf.
  2. Ein zweiter Laden lohnt sich — und in jeder guten Kombination steckt Aldi.
  3. Konventionell: Ausland-Bestellen bringt nichts. Keine der 19 Quellen inkl. DE-Online unterbietet die Schweizer Discounter.
  4. Bio dagegen schon — aber nur trocken. Frisches gibt's nur bei Migros/Coop; bei Kaffee, Nüssen & Co. schlagen die Online-/DE-Bioshops die Supermärkte klar.

Aktuelle Preise (Stand 18.06.2026) über alle erfassten Händler, Fremdwährungen via Tageskurs in CHF. Je Position der günstigste vergleichbare Artikel auf gemeinsamen Grundpreis (CHF pro kg / l / Stück), gegen Mengen-Parsing-Ausreisser abgesichert (Werte unter dem halben 10.-Perzentil der grossen Händler werden verworfen). Korb und Mengen wie in der Warenkorb-Studie; der Datensatz ist dort als SPSS/CSV verlinkt.